Young Scholars Forum

Abkunft oder Abgrenzung? Koguryŏ in den Debatten der Historiker der koreanischen Minderheit in China

Als im Sommer 2003 die Nachricht eines chinesischen Forschungsprogramms zur Geschichte des Nordostens ins benachbarte Südkorea drang, war das Entsetzen groß. Die chinesischen Historiker des Projektes hatten das Königreich Koguryŏ (35 v.Chr.- 668 n. Chr.), das bis dato gemeinhin als elementarer Abschnitt koreanischer Geschichte galt, als einen Teil chinesischer Regionalgeschichte bezeichnet und in die Geschichtsschreibung der VR China integriert.

Sowohl südkoreanische als auch internationale Kommentatoren überschlugen sich daraufhin mit Mutmaßungen, was China mit dieser Eingliederung politisch bezwecke. Rasch rückte die in China ansässige koreanische Minderheit in den Blickpunkt. Durch die Überführung von Symbolen koreanischer Geschichte in die chinesische solle das Selbstverständnis der koreanischen Minderheit, ein Teil des chinesischen Vielvölkerstaates zu sein, gestärkt werden.

Doch kann das Geschichtsbild Südkoreas anstandslos auf die seit ca. 160 Jahren in China ansässige koreanische Minderheit übertragen werden? Wie und warum sich die Darstellungen koreanischer Geschichte zwischen Historikern der koreanischen Minderheit in China und denen der koreanischen Nationalstaaten unterscheiden, wird in diesem Vortrag diskutiert werden.

Lukas Witt studierte die Fächer Sinologie und Koreanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Bachelor) und der Universität Hamburg (Master in Sinologie). Begleitet wurde das Studium von mehreren Auslandsaufenthalten an verschiedenen Universitäten in China (u.a. Peking-Universität, Fudan-Universität), sowie einem einjährigen Aufenthalt an der Yonsei University in Seoul, Südkorea. Zurzeit arbeitet er an seiner Dissertation im Fach Sinologie zur Geschichtsschreibung der koreanischen Minderheit in China.

Der Zugangslink zur Online-Plattform wird nach erfolgter Anmeldung verschickt.

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China entdecken, China erleben, China begreifen: Junge Wissenschaftler_innen reden von eigenen Erfahrungen

Sonntag, 10.05.2020, 18.00 – 19.30 Uhr  

Abkunft oder Abgrenzung? Koguryŏ in den Debatten der Historiker der koreanischen Minderheit in China

Als im Sommer 2003 die Nachricht eines chinesischen Forschungsprogramms zur Geschichte des Nordostens ins benachbarte Südkorea drang, war das Entsetzen groß. Die chinesischen Historiker des Projektes hatten das Königreich Koguryŏ (35 v.Chr.- 668 n. Chr.), das bis dato gemeinhin als elementarer Abschnitt koreanischer Geschichte galt, als einen Teil chinesischer Regionalgeschichte bezeichnet und in die Geschichtsschreibung der VR China integriert.

Sowohl südkoreanische als auch internationale Kommentatoren überschlugen sich daraufhin mit Mutmaßungen, was China mit dieser Eingliederung politisch bezwecke. Rasch rückte die in China ansässige koreanische Minderheit in den Blickpunkt. Durch die Überführung von Symbolen koreanischer Geschichte in die chinesische solle das Selbstverständnis der koreanischen Minderheit, ein Teil des chinesischen Vielvölkerstaates zu sein, gestärkt werden.

Doch kann das Geschichtsbild Südkoreas anstandslos auf die seit ca. 160 Jahren in China ansässige koreanische Minderheit übertragen werden? Wie und warum sich die Darstellungen koreanischer Geschichte zwischen Historikern der koreanischen Minderheit in China und denen der koreanischen Nationalstaaten unterscheiden, wird in diesem Vortrag diskutiert werden.

Lukas Witt studierte die Fächer Sinologie und Koreanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Bachelor) und der Universität Hamburg (Master in Sinologie). Begleitet wurde das Studium von mehreren Auslandsaufenthalten an verschiedenen Universitäten in China (u.a. Peking-Universität, Fudan-Universität), sowie einem einjährigen Aufenthalt an der Yonsei University in Seoul, Südkorea. Zurzeit arbeitet er an seiner Dissertation im Fach Sinologie zur Geschichtsschreibung der koreanischen Minderheit in China.

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Eintritt frei