Literatur im Teehaus
mit Christian Y. Schmidt
06. März 2026
Rund 50 Gäste kamen am 6. März zur Veranstaltung „Literatur im Teehaus“ im stimmungsvollen Ambiente des Yu-Gartens Hamburg, um den Autor Christian Y. Schmidt bei einer Lesung aus seinem Buch „Der Lange Fahrradmarsch. 7.000 Kilometer durch das Reich der Mitte„ zu erleben.
Zu Beginn der Veranstaltung schilderte der Autor, wie die Idee zu der außergewöhnlichen Reise entstand. Dazu las er einen Auszug aus dem Prolog seines Buches vor und stellte eine zentrale Figur seiner Recherche vor: den deutschen Kommunisten Otto Braun. Dessen Rolle während des Langen Marsches hatte Christian Y. Schmidt besonders fasziniert und war letztlich der entscheidende Grund, sich auf den Vorschlag von Volker Häring einzulassen und gemeinsam die Route des legendären Marsches mit dem Fahrrad abzufahren.
Im weiteren Verlauf nahm Schmidt das Publikum anhand zahlreicher Fotografien mit auf seine Reise quer durch China. Zu sehen waren beeindruckende Landschaften, die geplante Reiseroute auf einer China-Karte sowie Fotos von besonderen Menschen, die er unterwegs kennengelernt hatte.
Besonders eindrücklich schilderte der Autor jedoch eine Begegnung, die ihm stärker in Erinnerung geblieben ist als jede spektakuläre Landschaft: In einer Kleinstadt saß er gemeinsam mit seinem Reisegefährten Volker Häring in einem Restaurant, als einige Kinder neugierig auf die beiden Radreisenden aufmerksam wurden. Schnell kamen sie ins Gespräch – und bald stellten die Kinder fest, dass Schmidts Chinesisch noch ausbaufähig war. Kurzerhand begannen sie, mit ihm zu üben. Diese spontane und herzliche Begegnung bezeichnete der Autor als einen der schönsten Momente der gesamten Reise.
Nicht immer verlief die Tour jedoch so leicht. Besonders herausfordernd war die Etappe über den Pass des Jiajinshan in der Provinz Sichuan – mit 4.114 Metern der höchste Punkt der Route. Bei schlechten Wetterbedingungen und eingeschränkter Sicht kämpfte sich Schmidt immer weiter bergauf, während der Akku seines Fahrrads zur Neige ging. Als er schließlich erschöpft den Gipfel erreichte, war die Anstrengung der vergangenen Stunden deutlich spürbar.
Auch von den unvermeidlichen Konflikten während einer mehrmonatigen Reise berichtete der Autor – etwa von einem besonders heftigen Streit mit seinem Mitreisenden Volker Häring. Mit viel Humor erzählte Schmidt von dieser Situation und sorgte damit für einige Lacher im Publikum.
Zum Abschluss stellte der Autor eine besondere Aktion vor, mit der die Reise begleitet wurde: Unterstützer konnten für 20 Euro handgeschriebene Postkarten von unterwegs erhalten. Außerdem präsentierte Schmidt mehrere Zeichnungen, die Freunde und bekannte Künstler während oder nach der Reise angefertigt hatten und die das Abenteuer auf humorvolle Weise kommentieren.
Nach der Lesung nutzten einige Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. Dabei deutete Schmidt auch an, dass die Route möglicherweise künftig als geführte Reise angeboten werden könnte.
Ob als Inspiration für eine eigene Fahrradreise oder als spannende Lektüre für gemütliche Stunden zu Hause – das Buch lohnt sich für alle Interessierten und begleitet seine Leser mit viel Humor durch die Erzählung dieser wahrlich außergewöhnlichen Reise.
Wir danken allen Gästen für ihr Kommen und würden uns freuen, Sie auch bei unseren kommenden Veranstaltungen begrüßen zu dürfen – zum Beispiel beim Kultursonntag am 29. März.
Den chinesischen Artikel finden Sie hier.





